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Geiz ist geil ?

Ist GEIZ wirklich geil?

Diese Frage drängte sich mir letztens auf. Wie ist es mit mir persönlich – bin ich eigentlich auch geizig? Ohne es zu merken? Denn Geiz hat viele Gesichter.

Man geizt an Mitmenschlichkeit, Gefühlen, Liebe: Ein alter Mensch versteckt tausende Euro in seiner Matratze und lebt in menschenunwürdigen Verhältnissen,  weil er sich selbst nichts gönnt. Mobbing ist im Berufsleben immer häufiger anzutreffen, Geiz macht die Menschen zu Konkurrenten oder Feinden. Deshalb richten Menschen Mauern auf, machen „die Schotten dicht“, sind ängstlich darauf bedacht, zu klammern und zu halten.  Ich kenne ein Ehepaar, bei dem es regelmäßig heißt: „Wenn du dir die Bohrmaschine kaufst, kriege ich aber die Relaxliege“ oder ähnliches. Bin ich manchmal auch so? Wenn ich nicht gönnen kann, bin ich dann geizig?

Dieses Ich-Streben ist vermutlich ganz tief in unserem Innersten verwurzelt. Als meine Tochter cirka drei Jahre alt war, brachte die Oma ihr ein Tütchen mit Lakritz und Gummibärchen mit. Nach dem Öffnen teilte meine Kleine den Inhalt fein ordentlich in zwei kleine Häufchen auf. Eines für die Oma und eines für sich. Als die Oma gerührt meinte: „Ach sieh mal, sie ist gar nicht geizig“, antwortete ich, meine Tochter besser kennend:  „Die sie dir hingelegt hat, mag sie nicht.“ Ungläubig sagte die Oma daraufhin: „Das glaube ich nicht! Ich darf doch auch eines von deinem Häufchen nehmen, nicht wahr?“ Da warf sich mein Töchterchen mit beiden Armen über ihr Häuflein und verteidigte es.

Jesus ist anders!
Seine Liebe ist verschwenderisch! Jesus fordert uns auf:  Liebet eure Feinde, tut wohl denen die euch hassen. Sein Leben war ein einziges Beispiel an Menschlichkeit, Mitleiden, Treue und Liebe. Er ging und geht noch heute auf die Menschen zu und tut ihnen Gutes, ohne zu fragen, ob sie es verdient haben oder ob sie ihm danken werden. Er vergab sogar am Kreuz noch seinen Spöttern.  Er fordert uns auf, barmherzig zu sein, wie auch sein Vater barmherzig ist (Luk.6,36).
Gott tut uns alles Gute, nicht nur wenn wir ihm Freude machen, sondern auch, wenn er es schwer mit uns hat, wenn wir uns unmöglich benehmen. Gott ist langmütig und gnädig.

Geiz wirkt letztendlich zerstörerisch und macht uns selbst und unsere Beziehungen kaputt. Gott will uns Zufriedenheit schenken. Dann verändern wir unsere Herzenseinstellung und Blickrichtung und das verändert mich und meinen Umgang mit den Menschen.

1 Kommentar 13.6.10 02:45, kommentieren

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Mein 23. (meine Lebenshilfe)

Mein 23. Psalm


HERR    (mein Gott)
Du bist für mich wie liebende Eltern.
Denn es fehlt mir an nichts.
Alles, was ich zum Leben brauche,
gibst Du mir in überreichem Maße,
mehr als ich brauche.
Wenn ich kraftlos, müde bin und meine Gedanken mich herunterziehen wollen,
wenn ich die falsche Blickrichtung habe
oder mir selbst im Wege stehe,
nimmst Du meine beiden Hände,
sodass mir das Aufstehen leichter fällt.
Deine Kraft hebt mich hoch.
Ja, Du richtest mich auf
wie ein Vater sein Kind aufhebt,
das gefallen ist.
Deine starken Arme geben mir Kraft.
Du erfrischst mich
wie nach einem kühlen Bad im Meer,
wenn die Sonne brennt.
Wenn ich nicht weiß,
wie oder wo es weitergeht in meinem Leben,
hast Du schon die Wege vorbereitet.
Du hast die Dornensträucher, die mich verletzten,
zur Seite gebogen,
über Wurzeln lässt Du mich nicht stolpern.
Wenn der Weg durch einen dunklen Wald
oder Tunnel führt,
bist Du das Licht am Ende
das mir Gewissheit gibt,
dass ich nicht umkomme
dass ich nicht einsam bin
in der Situation, in der ich mich befinde.
Du bist schon voraus gegangen
Du bist schon da
Und wartest auf mich.
Und wie Eltern ihr Kind immer gerne behüten,
umgibst Du mich von allen Seiten.
Wie Eltern ihr Kind an den Händen halten
und über Steine springen lassen,
lässt Du mich über Steine springen.
Weil Du mich hältst,
ist das Springen leicht
und das Auf-die-Füße-kommen sanft.
Dir vertraue ich.
Täglich versorgst Du mich überreichlich
mit Deiner Güte und Barmherzigkeit,
dass ich nur staunen kann.
Mit großer Freundlichkeit begegnest Du mir.
Niemals im Leben lässt Du mich hängen,
denn Liebe und Güte sind Dein Wesen
und umgeben mich ein Leben lang.
Ewigkeit ist für mich unfassbar, unbegreiflich,
aber in Ewigkeit willst Du mich bei Dir wohnen lassen.
Mein unbegreiflicher liebender Vater!

4.2.10 23:04, kommentieren

Zwischen Himmel und Erde

Gottes Farbe


Eines Tages „küsste mich die Muse“ und ich nahm mir vor, mal wieder ein kleines Aquarellbild zu malen. Ich mag das Meer mit seinen Steilküsten und Klippen und Stränden sehr und irgendwie fasziniert mich die Gewalt, aber auch die Schönheit der Wellen. Am Meer habe ich die Wellen schon friedlich, leise plätschernd und beruhigend, aber auch stürmisch meterhoch bedrohlich die Felsen erstürmen gesehen.
Ich wollte unbedingt das Meer mit seinen hohen Wellen malen. Es war eine Herausforderung, da ich keine Vorlage hatte und versuchte, aus dem Kopf zu malen. Ich wusste nicht, dass dies so schwer sein würde. Die Wellen im Vordergrund waren zu steil geraten, die Schaumkronen auf den Wellen wirkten nicht, und der Meeresspiegel am hinteren Horizont gefiel mir auch nicht.
Enttäuscht versuchte ich immer wieder aufs Neue, das Bild, das ich vor meinem geistigen Auge hatte, zu malen. Es misslang immer wieder.
Als ich schon ganz geknickt aufgeben wollte, betrachtete ich mir noch einmal mein letztes Werk. Plötzlich kam mir ein Gedanke: Eigentlich sahen die hohen Wellenberge eher wie echte Berge aus, nur die Farbe stimmte nicht. Ich mischte ein mittleres Grün mit Braun und überpinselte meine „Wellen“ mit einer anderen Farbe.
Auf einmal hatte ich ein ganz anderes Bild vor mir liegen: Ein steiler Gebirgsfelsen – die ehemaligen Schaumkronen waren nun kleine Bäumchen und Buschwerk auf der Kuppe. Im Hintergrund der blanke Meeresspiegel.
Ich hatte etwas ganz anderes geschaffen! Aber so konnte ich das Bild akzeptieren. Auch wenn es wirklich nicht als perfekt zu bezeichnen war und genau das Gegenteil von dem darstellte, als ich ursprünglich dachte … so war es einfach gut!
Mit meinem Leben, besonders als Christ, hat es sich eigentlich ähnlich verhalten.
Ich hatte eine ziemlich genaue Vorstellung von meinem Leben und meiner Familie. Besonders auch von Gottes Willen in meinem Leben, der genau so sein sollte, wie ich es dachte. Eher ein friedlich ausgeglichener Meeresspiegel, auf dem man mit Gottes Hilfe getrost mit seiner Familie ohne Schwierigkeiten dahinsegeln kann.
Als Gott mir dann massive Wellenberge schickte, war ich entsetzt, enttäuscht und zweifelte an mir und meinem Glauben.
Als ich dieses Bild malte, wurde mir klar, Gott hat ganz andere „Farben“ für mein Leben. Ich hätte es gerne himmelblau und smaragdgrün wie das sanfte Meer gehabt. Aber was im Leben zählt, ist der graue Felsen, der steht und nicht wankt und nicht untergeht. Und dieser Felsen ist Gott bzw. Jesus. Mein Leben war nicht azurblau sondern braungrün. Aber durch die Stürme bin ich erwachsener geworden.
Wie oft im Leben habe ich von Menschen, Geschehnissen, Situationen, meiner Zukunft usw. eine ganz bestimmte Vorstellung und bin enttäuscht, wenn sich alles anders entwickelt. Wie oft nehme ich Dinge in meine Hände, die ich regeln will und scheitere. Vielleicht sollte man es vielmehr Gott überlassen, welche Farbe er wählt. Wenn ich von meinen Vorstellungen loslasse, dann erscheint vielleicht einiges in einem anderen Licht, und dann erkennen wir: Gottes „Gemälde“ ist perfekt !

1 Kommentar 24.11.09 20:09, kommentieren