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Zwischen Himmel und Erde

Gottes Farbe


Eines Tages „küsste mich die Muse“ und ich nahm mir vor, mal wieder ein kleines Aquarellbild zu malen. Ich mag das Meer mit seinen Steilküsten und Klippen und Stränden sehr und irgendwie fasziniert mich die Gewalt, aber auch die Schönheit der Wellen. Am Meer habe ich die Wellen schon friedlich, leise plätschernd und beruhigend, aber auch stürmisch meterhoch bedrohlich die Felsen erstürmen gesehen.
Ich wollte unbedingt das Meer mit seinen hohen Wellen malen. Es war eine Herausforderung, da ich keine Vorlage hatte und versuchte, aus dem Kopf zu malen. Ich wusste nicht, dass dies so schwer sein würde. Die Wellen im Vordergrund waren zu steil geraten, die Schaumkronen auf den Wellen wirkten nicht, und der Meeresspiegel am hinteren Horizont gefiel mir auch nicht.
Enttäuscht versuchte ich immer wieder aufs Neue, das Bild, das ich vor meinem geistigen Auge hatte, zu malen. Es misslang immer wieder.
Als ich schon ganz geknickt aufgeben wollte, betrachtete ich mir noch einmal mein letztes Werk. Plötzlich kam mir ein Gedanke: Eigentlich sahen die hohen Wellenberge eher wie echte Berge aus, nur die Farbe stimmte nicht. Ich mischte ein mittleres Grün mit Braun und überpinselte meine „Wellen“ mit einer anderen Farbe.
Auf einmal hatte ich ein ganz anderes Bild vor mir liegen: Ein steiler Gebirgsfelsen – die ehemaligen Schaumkronen waren nun kleine Bäumchen und Buschwerk auf der Kuppe. Im Hintergrund der blanke Meeresspiegel.
Ich hatte etwas ganz anderes geschaffen! Aber so konnte ich das Bild akzeptieren. Auch wenn es wirklich nicht als perfekt zu bezeichnen war und genau das Gegenteil von dem darstellte, als ich ursprünglich dachte … so war es einfach gut!
Mit meinem Leben, besonders als Christ, hat es sich eigentlich ähnlich verhalten.
Ich hatte eine ziemlich genaue Vorstellung von meinem Leben und meiner Familie. Besonders auch von Gottes Willen in meinem Leben, der genau so sein sollte, wie ich es dachte. Eher ein friedlich ausgeglichener Meeresspiegel, auf dem man mit Gottes Hilfe getrost mit seiner Familie ohne Schwierigkeiten dahinsegeln kann.
Als Gott mir dann massive Wellenberge schickte, war ich entsetzt, enttäuscht und zweifelte an mir und meinem Glauben.
Als ich dieses Bild malte, wurde mir klar, Gott hat ganz andere „Farben“ für mein Leben. Ich hätte es gerne himmelblau und smaragdgrün wie das sanfte Meer gehabt. Aber was im Leben zählt, ist der graue Felsen, der steht und nicht wankt und nicht untergeht. Und dieser Felsen ist Gott bzw. Jesus. Mein Leben war nicht azurblau sondern braungrün. Aber durch die Stürme bin ich erwachsener geworden.
Wie oft im Leben habe ich von Menschen, Geschehnissen, Situationen, meiner Zukunft usw. eine ganz bestimmte Vorstellung und bin enttäuscht, wenn sich alles anders entwickelt. Wie oft nehme ich Dinge in meine Hände, die ich regeln will und scheitere. Vielleicht sollte man es vielmehr Gott überlassen, welche Farbe er wählt. Wenn ich von meinen Vorstellungen loslasse, dann erscheint vielleicht einiges in einem anderen Licht, und dann erkennen wir: Gottes „Gemälde“ ist perfekt !

24.11.09 20:09

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